„Das Leben schreibt manchmal seine eigenen Geschichten“, dagegen kann sich der beste Autor nicht wehren. Schreiben ist mein Ventil, um nicht am Unausgesprochenen zu ersticken. Autorin zu sein ist mein beruflicher Traum, ein gelebtes Hobby und alles was mir noch geblieben ist. Fünf Wochen ist es her als ich eine Horror Story zum Leben erweckte. Mein ganz eigener schlimmster Alptraum, der anhält. Seit 38 Tagen, 912 Stunden.

Jeden Tag schreibe ich darüber, führe Gespräche in meinem Kopf, außerhalb meines Kopfes. So vieles ist noch nicht ausgesprochen. So viele Worte sind gefallen. Es war von allem viel zu viel.

„Du hast nicht alles verloren.“ – aber genauso fühlt es sich an.

Dunkle Tage habe ich prophezeit, nun sind sie da. Mein „worst case Scenario“ ist eingetroffen. Ich soll darüber nicht in meinem Blog schreiben, wurde mir geraten. Es sei nicht professionell. Den vorletzten Beitrag soll ich raus nehmen. Nichts davon werde ich tun. Euphoriac ist keine Plattform für Heuchelei. Es ist eine Reise durch mein Leben. Nicht jeden Schritt halte ich fest, wohl aber die, die bedeutend sind. Mein größtes Trauma werde ich nicht ignorieren und sicher nicht verharmlosen. Ignoranz und Verdrängung haben mich erst an diesen Punkt gebracht. „Alles was echt“ ist war mein Ziel. Echt ist manchmal leider auch hässlich, dem werde ich mich nicht verschließen. Nicht mehr.

Wochenlang habe ich mich davor gedrückt diesen Beitrag zu lesen, weil ich wusste was passieren wird. Ich werde meinen größten Verlust betrachten.

Einen guten Plan hatte ich geschaffen, für das Jahr, für mein Leben. Hatte ihn fest vor Augen, samt seinen Begleitern. Jedes Wort, das ich festgehalten habe, habe ich so gemeint. Bis zur letzten Minute habe ich daran geglaubt und mit all meiner Kraft dafür gekämpft. Die Liebe, die ich für die Menschen empfinde ist aufrichtig. Mein Umgang damit war es nicht. Das ist der Grund dafür, dass diese Verbindungen nicht länger „mein“ sind. Die schmerzhafteste Erkenntnis die ich je gewann.

An die tiefste Stelle meines Herzens habe ich sie gelassen, habe sie zu meiner Familie gemacht und ich habe sie alle verloren. Ich habe eine Beziehung beendet, einen Freundeskreis gesprengt, eine Entscheidung getroffen. Die Entscheidung die Wahrheit zu sagen. Darüber nicht zu schreiben wäre nicht ehrlich. Das wäre nicht ich. Dieses Erlebnis prägt mich wie kein anderes, es ist der Boden auf dem ich weiter gehe.

Neue Freunde werde ich finden, neue Türen werden sich öffnen – bekomme ich immer wieder zu hören. Doch ich will nicht durch diese Türen gehen. Das, was ich hatte, was wir hatten war verrückt, grandios, ein wunderschönes Unikat. Davon Abschied zu nehmen kann ich nicht. Noch nicht.

Zeit heilt scheinbar Wunden, bei dieser hier bin ich mir nicht sicher.

Ich habe ernsthaft keine Ahnung wie ich das verarbeiten soll, wie es weiter geht. Was zu tun ist, ist mir klar, aber es zu überstehen scheint so weit weg. Die Menschen die mich in solchen Situationen zusammen hielten sind nicht mehr da. Eine kleine Handvoll ist noch übrig. Sie helfen mir die Scherben aufzusammeln. Nicht allein und dennoch einsam.

Die Geschichte muss weiter gehen. Euphoriac soll leben und wachsen. Doch nicht mehr heute und auch nicht morgen. Eines Tages ganz bestimmt. Hoffnung soll hier stehen, soll ich an diese Stelle einfügen, doch der Funke fehlt. Und ich werde nichts vortäuschen nur um anderen Frieden zu schenken. Meinen eigenen Frieden muss ich wieder finden. Die Suche hat begonnen. Wird er irgendwann wieder mein sein? Nicht mehr heute und auch nicht morgen.

Eines Tages ganz bestimmt.

 

 

 


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